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Aquarien- und Fischfotografie

Spektrum

 

So fotografiert man Aquarien und Fische

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Da letztens in einem Videolehrfilm ein Berufsfotograf Fische ohne Blitz und ohne Autofokus fotografiert hat - entsprechend miserabel war das Ergebnis - möchte ich hier doch meine eigenen Erfahrungen aus einigen Jahrzehnten mitteilen.
 

Ein paar Probefotos
Ein kurzer Überblick für schnelle Leser
Erste Versuche Fische oder Aquarien zu fotografieren.
Warum ich Kameras von Olympus verwende.
Die Probleme der Fischfotografie, warum Fische fotografieren nicht ganz einfach ist.
Die Probleme der Aquarienfotografie, wie man ein Aquarium fotografiert.
Sucherkamera oder Spiegelreflex? Vor- und Nachteile beider Systeme.
Welche Kamera kaufen? Dieser Absatz ist gelöscht, eine überholte Version soll irgendwann auf der Seite „Fotokurs” kommen, oder gleich auf einer eigenen Fotoseite !? 
Sklavenblitzgeräte, eine brauchbare Alternative, im Jahr 2014 allerdings nicht mehr wirklich aktuell.
Moderne digitale Blitzgeräte mit Funkverbindung zur Kamera.
Fotobecken, ein spezielles Aquarium um Fische zu fotografieren.             soll noch kommen
Kürvette, ein Minibecken um Fische zu fotografieren. Siehe Fotokürvette
Nachtrag Februar 2013
Und noch ein Nachtrag, Januar 2014

 

Damit keiner meint, daß meine Fischfotos immer noch so miserabel sind wie vor 40 Jahren hier 3 Fotos neueren Datums. lachen-transp  Die Bilder lassen sich mit der Maus vergrößern - und mit der Taste F11 werden sie noch größer. (Natürlich je nach Bildschirm)

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Oben: Der linke Fisch ist auf der ganzen Länge scharf, der rechte nur in der vorderen Körperhälfte. Das ist so gewollt, man muss dabei aber unbedingt darauf achten, daß das Auge auch scharf ist.

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Vorneweg: Fische fotografieren war früher eine zeitraubende Angelegenheit, man mußte viel Geduld, eine möglichst kostspielige Ausrüstung und auch mehrere Filme investieren, um wenigstens einige gute Aufnahmen zustande zu bringen. Heute mit den digitalen  Kameras ist es schon fast einfach geworden. 
Aber eben nur fast. Deshalb hier einige Tipps wie es einfacher und auch möglichst besser geht.

Ein kurzer Überblick für eilige Leser.
Die zwei Hauptprobleme beim fotografieren von Aquarien und Fischen sind die Spiegelung der Glasscheibe und die Kleinheit und Schnelligkeit der Fische. Ersteres kann man mit einem gezielten Aufnahmewinkel verhindern, das zweite mit einer Nahlinse oder einem Makroobjektiv. Der Schnelligkeit der Fische kann man nur Geduld oder einen schnellen Autofokus des Objektivs entgegen halten. Am besten natürlich beides. Da die Helligkeit im Aquarium normalerweise nicht ausreicht bzw. die Belichtungszeit zu lang oder die ISO-Zahl zu hoch werden würde kommt man in der Praxis um ein geblitztes Foto nicht herum. Als Blitz gibt es verschiedene Möglichkeiten - bis hin zu einer kompletten Funkanlage.
Um die Spiegelungen in der Aquarienscheibe beim fotografieren von kompletten Aquarien vorzubeugen muss man darauf achten, daß sich keine „hellen Stellen” im Raum gegenüber dem Aquarium befinden. Denn nur diese spiegeln. Helle Stellen können einfallende Sonne oder Lampen sein. Am besten fotografiert man komplette Aquarien deshalb Abends. Man kann Spiegelungen zwar auch bedingt mit einem Polfilter beseitigen, der nimmt aber hier zu viel nicht vorhandenes Licht weg. Komplette Aquarien werden nicht geblitzt. Zumindest mache ich es nicht, was andere machen weiß ich nicht.

So - das ist die Kurzfassung, für diejenigen die mehr Interesse an der Fischfotografie haben geht es unten weiter.  lachen-transp

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Erste Versuche:
Meine ersten Versuche Fische zu fotografieren habe ich um 1960 gemacht. Mit einer manuell scharf zu stellenden Sucherkamera und einem Blitzgerät, an dem man nichts einstellen konnte. Entsprechend miserabel waren die Ergebnisse. Das heißt nicht, daß es damals nicht Leute gegeben hat die sehr gute Fischfotos gemacht haben - ich habe jedenfalls nicht dazu gezählt. Eigentlich war ich nie ein guter Fischfotograf - es hat mir einfach die Geduld gefehlt. Für ein gutes Fischfoto hat man damals sehr schnell einen ganzen Film gebraucht. Und dann war man nie sicher ob auch ein einziges gutes Foto dabei war!

Einige Beispielfotos, viel habe ich nicht mehr:

Seewasser_um_1960_ThSüßwasser_um_1961_Th











Links Seewasser um 1960, Rahmenaquarium, Aquarienmaß 70 x 35 x 30. Blitz in der Frontscheibe. Murks - das Aquarium und das Foto! Allerdings war Seewasser zu dieser Zeit nicht so einfach wie heute. So mußte man die Salze beim Drogisten oder in der Apotheke einzeln kaufen und selber zusammenmischen. Fertiges Seesalz gab es allgemein erst ab ca. 1965. Um diese Zeit gab es dann auch die ersten Abschäumer. Habe damals auch schon welche gebastelt!
Rechts Süßwasser um 1961, Rahmenaquarium, Aquarienmaß: ca. 80 x 40 x 40, etwas mit Korkrinde verkleidet, unscharf, Scheibe nicht sauber gemacht, man kann aber den alten Blitz gut erkennen - wenigstens etwas. Vorne war eine „gefundene” Marmorplatte eingebaut, da konnte man das Whiskyglas abstellen. Aber nur ein kleines pro Abend und auch nur an „Sonn- und Feiertagen” - der Whisky war damals sündhaft teuer. Eine Flasche „Black & White” hat ca. 25.- DM gekostet! Dagegen hat ein Lehrling im ersten Lehrjahr um diese Zeit 60.- DM verdient - im Monat, nicht am Tag! Billiger war Whisky nur, wenn er von den Amis aus der PX war. lachen-transp

Seewasser_um_1966_ThSeewasser_120_um_1966_2_Th








Oben: Seewasser, Ausschnitt, um 1967, Rahmenaquarium Eigenbau, oberer Winkel nach außen! Boden- und rechte Seitenscheibe und die Rückwand waren aus Kostengründen aus Eternit, Maße: 120 x 60 x 60, linkes Bild unscharf, nicht gut ausgeleuchtet. Rechtes Bild für die damalige Zeit gar nicht so schlecht.
Damals konnte man noch keine lebenden Korallen halten, man war schon froh, wenn im Becken Caulerpa und grüne Fadenalgen gewachsen sind. Die Korallen sind alles tote Skelette, die wurden in größeren Mengen importiert!

Zu dieser Zeit hat man es mit dem Umweltschutz nicht so genau genommen. Jetzt tut man wenigstens so, in Wirklichkeit hat sich die Sache nur verschoben. Wenn etwas nichts kostet, die Industrie, Wähler oder die restlichen Lobbyisten nicht direkt verärgert werden, so wird es gemacht, wenn es aber irgend eine größere Gruppe treffen könnte wird es stillschweigend übergangen. Beispiel: Alle Politiker reden vom Umweltschutz - nur nicht vom Flugverkehr! Dabei ist er mit der größte Klimakiller! Darf man aber nicht sagen - sonst sind die ganzen Urlauber sauer. Auf mich natürlich jetzt auch. Macht aber nichts. Vielleicht sollte mancher darüber nachdenken - auch über die viel zu großen Protz-Autos. Die im Betrieb nicht nur zu viel Benzin oder Diesel brauchen, sondern zur Herstellung auch viel zu viel Energie und Rohstoffe. Hat natürlich auch jeder seine eigene Ausrede dazu!
Wir selber sind nie die Schuldigen - es sind immer die Anderen!
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Blaue_Keilfleckbarben_laichen_03_ThHier wird es langsam besser, um 1986, Olympus OM1, Spiegelreflex, manuell scharf zu stellendes Objektiv, soweit ich mich erinnere aber bereits Makroobjektiv, halbautomatischer Blitz.
Ein laichendes Paar der „blauen” Keilfleckbarbe. Diese Mutante ist in unserer Anlage in Grünenbaindt entstanden. Es gibt eine eigene Seite über die „Blaue Keilfleckbarbe”. Da sind auch noch mehr Fotos.




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Warum ich Kameras von Olympus verwende, (inzwischen Nikon)
Muss man nicht lesen, steht nur der Ordnung halber noch da. zwinkern-transp_neu
Mein Vater hatte vor dem Krieg eine Leicaausrüstung. Diese Leica mußte Ende des Krieges als Tauschobjekt herhalten. Später haben meine Eltern dann einen Lordomat und eine 6x6 Zeiss-Ikon gekauft. Mit diesen beiden Apparaten habe ich nach meiner Box-Zeit auch fotografiert. Es waren beides gute Fotoapparate. Für den Lordomat waren sogar Wechselobjektive vorhanden. Es war aber eine „Sucherkamera” und somit für Fischfotografie nicht geeignet.
Da ich Anfang der 70er Fische fotografieren und mit den Bildern dann Abends im Schaufenster unseres Zoogeschäftes eine automatische Diashow vorführen wollte, brauchte ich somit eine neue Kamera. (Das mit der Diashow habe ich auch gemacht - hat aber keinen Menschen interessiert - ist fast keiner stehen geblieben. Wieder ein mal - wie so oft:  „Außer Spesen nichts gewesen”!)
Damals mußte man an den Kameras alles selber (manuell) einstellen, auch die Objektive mußte man manuell scharf stellen. Um Spiegelungen vorzubeugen habe ich beim fotografieren den Fotoapparat in die rechte und den Blitz in die linke Hand genommen. Kamera und Blitz waren mit Kabel verbunden. Die Kamera war möglichst im rechten Winkel zur Glasscheibe, die Blitzrichtung konnte ich variieren. Das Objektiv wurde auf die gewünschte Entfernung eingestellt und der Fisch dann mit der Kamera „verfolgt”. Da ein Foto auf diese Art meistens länger gedauert hat war es ziemlich anstrengend. Deshalb habe ich eine möglichst leichte Kamera gesucht. Und die leichtesten Kameras zu dieser Zeit - auch noch 30 Jahre lang - hat Olympus gebaut. Olympus hatte auch - neben Nikon - das reichhaltigste Makrozubehör.
Wegen so einer einfachen Sache bin ich damals bei Olympus gelandet.

Da ich nach dem Ende meiner analogen Fotografie außer dem Mikroskop keinerlei Olympusteile mehr hatte wäre es eine gute Gelegenheit gewesen beim Wechsel auf digital auf einen anderen Hersteller umzusteigen. Warum ich es nicht getan habe? Natürlich deshalb, weil ich mit Olympus immer zufrieden war.
Nebenbei halte ich nichts davon daß die oder jene Marke nennenswert besser sein soll! Die Fotos macht bekanntlich immer noch derjenige der die Kamera bedient und das Motiv aussucht! Unterschiede bei den Chipgrößen - also Vollformat oder kleinerer Chip - machen sich sowieso erst bei riesigen Vergrößerungen bemerkbar. Eher schon beim so genannten Rauschen. Und natürlich bei Ausschnittvergrößerungen, Pardon; heute heißt das ja croppen. Der Ausdruck croppen stimmt hier zwar nicht wirklich, da es dabei ursprünglich um das beschneiden bei Filmformaten ging (Wikipedia), aber bei den neuen englisch-amerikanischen Wortschöpfungen nimmt man es meistens eh nicht so genau. Also sollte man vielleicht doch bei dem alten deutschen Ausdruck „Ausschnitt” bleiben, der ist wenigstens klar definiert! zwinkern-transp_neu

Nachtrag Jan. 2012:
Inzwischen habe ich schon länger eine Nikon D700 mit Vollformatsensor. Der hauptsächliche Unterschied zur E3 besteht in der „Nachtsichtigkeit” der D700. Mit dieser Kamera kann man tatsächlich Nachtaufnahmen machen. (Unter Fotos ist eine, Grünenbaindt um 3:25 !). Und ISO-Einstellungen bis 2000 machen tatsächlich keine Probleme, Aquarienaufnahmen mache ich immer mit 1000 ISO. Sogar drüber dauert es noch, bis es wirklich unangenehm wird! Außerdem ist sie bei Serienaufnahmen schneller, hat mehr Einstellmöglichkeiten - bis zur Kompliziertheit - und man kann deshalb sehr gut mit dem Gerät „spielen”. Und obwohl die Fotos natürlich „besser” sind, soo viel besser sind sie auch wieder nicht. Dafür war die E3 kleiner und leichter. Und die Teles waren bei gleicher Brennweite (wegen des kleineren Chips) nicht so groß und schwer. Auch hat mir das Four-Thirds-Format (4 zu 3) eigentlich besser gefallen als das „normale” Fotoformat (3 zu 2). Es hat eben alles Vor- und auch Nachteile. Etwas mit nur Vorteilen gibt es nicht. Ich suche es trotzdem immer wieder. lachen-transp

Nachtrag Juli 2012:
Nun ist es eine Nikon D800. Das ist aber wirklich eine Superkamera! Auch wenn man die 36 Megapixel eigentlich nicht braucht, für Ausschnittvergrößerungen sind sie einfach phantastisch. Man kann vergrößern wie man will, es bleibt fast immer scharf. Als Beispiel vielleicht die „Vögel in unserem Garten” bei den Fotos. Obwohl schon mit 500mm fotografiert, sind es fast alles Ausschnittvergrößerungen.

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Die Probleme der Fischfotografie
Wenn man Fische im Aquarium fotografieren will tauchen gleich mehrere Problem auf ein mal auf.
Die Probleme:
1)  Die Fische sind hinter Glas. Glas mindert die Qualität der Abbildung. Je schräger man durch das Glas fotografiert, desto schlechter wird das Bild. Das selbe gilt für die Dicke der Glasscheiben. Je dicker desto schlechter. Das ist aber bei der normalen Aquarienfotografie nicht soo wichtig, zumindest bis 12mm Glasstärke kann man das vernachlässigen. Viel wichtiger ist, daß die Scheiben bliztblank sind! Wenn es allerdings Superfotos sein sollen, dann ist ein extra Fotobecken mit möglichst dünner Scheibe kein Fehler nicht!
2)  Glas spiegelt, es spiegelt um so mehr je steiler der Winkel vom Fotoapparat zur Scheibe ist.
3)  Die Fische bewegen sich - meistens schneller als einem lieb ist.
4)  Die Fische sind meistens klein.
5)  Die Aquarien sind im allgemeinen nicht hell genug, so daß man ohne Blitz auskommen würde.

Die Lösungen:
1)  Man muß möglichst in einem steilen Winkel zur Glasscheibe fotografieren. Und möglichst nicht in einem öffentlichen Aquarium, da diese Becken sehr dicke Scheiben haben. Und man muss die Scheiben vor dem fotografieren putzen. Daß sich keine Schwebstoffe jeder Art im Wasser befinden dürfen muss selbstverständlich sein!

2)  Das mit dem spiegeln ist ein echtes Problem. Fotografiert man in einem flachen Winkel macht sich die Glasscheibe negativ bemerkbar. Fotografiert man eher im rechten Winkel, so hat man die Kamera oder den Blitz oder sonst was auf dem Bild. (Früher hatte ich deshalb die weiße Schrift meines Makroojektives schwarz übermalt.) Man könnte alles außer dem Objektiv der Kamera mit einem schwarzen Stoff verkleiden und mit einem externen Blitz von der Seite belichten. Geht zwar - ist aber umständlich. Heute mache ich es so, daß ich mit einem auf den Blitzschuh aufgesteckten Blitz fotografiere und möglichst nah an die Scheibe heran gehe. Der Blitz ist dann so nah an der Scheibe daß er nicht mehr spiegeln kann. Das geht mit allen externen Blitzgeräten. Man kann auch die Kamera in die eine Hand und den Blitz in die andere Hand nehmen und durch gezielten Winkel des Blitzes Spiegelungen weitgehend verhindern. Habe ich früher so gemacht.

3) Gegen die Bewegungen der Fische hilft nur Geduld und ein schneller Autofokus. Früher mußte man bei manuell scharf zu stellenden Objektiven mit der ganzen Kamera den Fisch verfolgen. War ziemlich anstrengend. Manche mögen das - sie machen es immer noch so! Trotz vollautomatischer Ausrüstung! Warum ist mir schleierhaft - jedenfalls stellt mein Olympus Makro bedeutend schneller scharf als ich überhaupt reagieren kann. (Bei Nikons D700 und D800 - mit den Makroobjektiven mit 105mm oder 60mm, 1:2,8) - ist das natürlich genau so, wenn nicht noch schneller!) Wenn man Bedenken hat, daß die Mechanik die Hin- und Herstellerei nicht lange aushält kann man den Autofokus ja so einstellen, daß das Objektiv nicht kontinuierlich, sondern nur bei erneuter leichter Betätigung des Auslösers scharf stellt. Ich bin aber der Meinung, daß es das aushalten muß. Und bei mir haben die Objektive das bis jetzt auch alle durchgehalten. Vielleicht sollten nicht so versierte Fotografen auf die Autofokuseinstellung achten, sie sollte auf „Spot” stehen. Und dieser Spot sollte dann möglichst auf die Ebene des Auges gerichtet werden. Das Auge muss unbedingt scharf sein, sonst ist das Foto Ausschuss!
Noch etwas zum manuellen scharf stellen bei Fisch-Fotos: Ganz unten auf dieser Seite - und auch ganz oben - sind Fotos von einem „segelnden” Schmucksalmler Männchen. Die Männchen dieser Fischarten imponieren mit voll gespreizten Flossen segelnd nebeneinander her. Das geht meistens sehr schnell. Da geht überhaupt nichts mit manuell scharf stellen! Kein Mensch kann so schnell reagieren wie ein moderner Autofokus! Natürlich braucht man das bei einem Aphyosemion, der mit etwas Übertreibung minutenlang an der selben Stelle steht nicht, aber solche Fische sind nun wirklich die Ausnahme.

4)  Wenn man kleine Objekte groß abbilden will benötigt man ein Makroobjektiv. Es geht zwar auch mit Vorsatzlinsen, aber nicht wirklich gut. Bei richtig großem Maßstab - 1 zu 1 - wird die Qualität der Abbildung besser (als mit Vorsatzlinsen) wenn man ein „normales” Objektiv in Retrostellung (umgedreht) an dem Normalobjektiv befestigt. Da muß man halt basteln. So habe ich meine ersten Versuche mit richtigen Makroaufnahmen gemacht. (Hatte zwei Vorsatzlinsen ohne Gläser gegeneinander zusammengeklebt, so war auf jeder Seite außen ein Gewinde. Guter Zweikomponentenkleber hält das aus. Jemand mit zwei rechen Händen könnte es auch mit hartlöten versuchen.)

5)  Fische ohne Blitz zu fotografieren geht nur in den seltensten Fällen. Das ist aber auch nicht schlimm, die heutigen Blitzgeräte sind enorm leistungsfähig und arbeiten sehr gut mit der Kamera zusammen. So kann man die Kamera schnell auf einen helleren oder dunkleren Hintergrund einstellen oder auch die richtige Belichtung wählen, wenn der Fisch mehr oder weniger Licht reflektiert.
Hält man die Kamera etwas von der Aquarienscheibe entfernt und blitzt mit einem parallel zur Kamera montierten Blitz - egal ob eingebauter oder externer - so hat man den Blitzreflex mit Sicherheit mit auf dem Foto. Abhilfe schafft da, wenn man den externen Blitz über ein Kabel oder Funk mit der Kamera verbindet und den Blitz so schräg zur Bildrichtung (Kamerarichtung) hält, daß sich der Blitz nicht mehr im Bild spiegelt. Er kommt sozusagen nicht mehr „aufs Bild”.
Es gibt auch noch einen ganz einfachen Trick: Wenn man die Kamera - genauer das Objektiv mit aufgesetzter Gegenlichtblende - von mir aus auch „Streulichtblende” - direkt an die Aquarienscheibe hält, so kann man sehr gut sogar mit dem eingebauten Blitz fotografieren. Der Blitz ist in diesem Fall deshalb nicht mit auf dem Foto, da zwischen Objektiv/Gegenlichtblende und Scheibe gar kein Platz ist daß da überhaupt „Blitzlicht” durchkommen kann. Man darf halt kein Motiv zu nahe an der Scheibe fotografieren wollen, da das Blitzlicht in diesem Fall darüber hinweg geht und das Motiv dann zu wenig Licht abbekommt. Das merkt man dann aber schon. lachen-transp
Nachtrag Januar 2014: Momentan fotografiere ich nur noch mit aufgestecktem Blitz. Und manchmal auch ohne Gegenlichtblende mit dem Objektiv direkt an der Scheibe - so kann die Gegenlichtblende den Blitz nicht abdecken.
Ein Nachteil bei dieser Methode ist, daß man das Objektiv immer an der Scheibe haben muss und deshalb - weil die Makroobjektive Festbrennweiten sind - der Ausschnitt vorgegeben ist. Etwas Abhilfe schafft hier, wenn man Makros mit verschiedenen Brennweiten hat, z.B. 105mm für ganz groß und 60mm für nicht soo groß, oder näher an der Scheibe.

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Die Probleme der Aquarienfotografie oder wie man ein Aquarium fotografiert
Eigentlich gibt es nur zwei Probleme. Erstens die Spiegelungen in der Aquarienscheibe und zweitens die Auflösung. Ja richtig - die „Auflösung”!
Es spiegeln immer nur helle Stellen in der relativ dunklen Scheibe des Aquariums. Oder anders; es kann sich nur etwas in einer Glasscheibe spiegeln, wenn es hinter der Scheibe dunkler ist als davor. Somit ist die Lösung ganz einfach. Es dürfen keine hellen Stellen im Raum gegenüber dem Aquarium sein. Also entweder alle Lampen ausschalten und wegen eventueller Sonne oder auch nur Helligkeit die Vorhänge/Rolladen schließen oder - ganz einfach Abends fotografieren.
Als nächstes natürlich nur mit Stativ fotografieren. Nicht nur damit die Kamera ruhig steht, sondern auch wegen der Ausrichtung der Kamera. Die Kamera muss sehr sorgfältig möglichst mit nicht zu viel Weitwinkel ausgerichtet werden. Ideal wären bei Vollformat 50mm oder eben bei einem kleineren Sensor entsprechend. So wichtig ist das aber nicht, da muss jeder selber feststellen, inwiefern sein Weitwinkelobjektiv verzeichnet. Als letztes kommt das Problem der Auflösung. Aquarien beinhalten meistens auch feine Strukturen, z.B. feinere Pflanzen. Und da Aquarien im allgemeinen nicht das selbe Format wie die Sensoren haben, muss das fertige Bild - will man nur das Aquarium auf dem Foto haben - beschnitten werden, dabei geht viel „Sensorauflösung” verloren. In der Praxis ist es ganz einfach so, daß die Einrichtung des Aquariums nicht so ohne weiteres richtig scharf zu bekommen ist. Schließlich hat nicht jeder eine Vollformatkamera mit 36 Megapixel. Da ist die Auflösung kein Problem. Früher mit den kleineren Four Thirds Sensoren habe ich da schon mal mein 160er-Aquarium (160x60x60) auf zwei mal fotografiert und die Fotos dann zusammen gesetzt. Geht mit Photoshop Elements ganz gut. Dazu braucht man dann aber unbedingt ein Stativ. Sollte man übrigens auch allgemein viel öfter nehmen - gibt einfach die besseren Bilder.
Zur Belichtung. Einfache Antwort - ausprobieren! 1000 ISO - oder besser mehr - sollte die Kamera aber ohne rauschen schaffen. Ob man dann Blende 6 oder auch 8 wegen der Tiefenschärfe oder weniger und möglichst ein 100stel wegen der sich bewegenden Fische nimmt muss man wirklich selber ausprobieren. Das kommt auf die Kamera an. Und natürlich darauf, was einem besser gefällt.
Und - ganz wichtig - die Scheiben müssen blitzblank sein. Eine veralgte Scheibe mindert die Qualität der Aufnahme am allermeisten!
Und die Pumpen ausschalten, wedelnde Pflanzen werden bei längerer Belichtungszeit eher unscharf. Auch logisch.
Dann gibt es noch ein Problem: Die Helligkeit im Aquarium variiert mitunter mehr als einem lieb ist. Manche Pflanzen sind zu hell, manche Ecken zu dunkel! Das kann man aber mit einer guten Software - eben einem leistungsfähigen RAW-Konverter - relativ einfach bearbeiten.
Capture One Pro kann das recht gut. Bei dem Link gibt es auch eine Testversion. Aber Vorsicht, das Programm ist nichts für so nebenbei, das benötigt richtige Einarbeitung!
Sollte der Link irgendwann nicht mehr funktionieren, bitte ich um Nachricht. Danke für die Mühe. ;-)

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Unterschied Sucher- Spiegelreflexkamera
Sollte es jemand nicht wissen: Der Unterschied einer „Sucherkamera” zu einer Spiegelreflexkamera besteht darin, daß man das zu fotografierende Objekt bei einer Sucherkamera durch den Sucher und bei einer Spiegelreflex durch das Objektiv sehen kann. Da der Sucher - der kameraeigene vorne - an einer anderen Stelle als das Objektiv sitzt stimmt die „Parallaxe” nicht, man bekommt geringfügig einen anderen Ausschnitt auf das Bild als man durch den Sucher - hinten an der Kamera - sehen kann. Bei Nahaufnahmen kann sich das schon sehr bemerkbar machen. Zudem kann man bei einer Sucherkamera im Normalfall das Objektiv nicht wechseln. Bei den alten Leicas oder beim Lordomat z.B. ging es trotzdem. Um den Ausschnitt für die verschiedenen Objektive zu kontrollieren waren im Sucher verschieden große Leuchtrahmen. Der Vorteil einer alten Sucherkamera gegenüber einer Spiegelreflex war das fehlende „klick” oder „klack” des hochklappenden Spiegels.
Nebenbei gibt es dann noch die modernen „Systemkameras” ohne Spiegel. Diese haben zwar keinen Spiegel, man kann aber trotzdem mit einem elektronischen Sucher durch das Objektiv sehen. Bei diesen Kameras kann man die Objektive wechseln. Bekannte Modelle sind momentan - 2014 - Olympus MFT (Micro Four Thirds) und andere.
Vorteile: Beim auslösen muss kein Spiegel hochgeklappt werden. Die Bildfolge ist deshalb teilweise enorm. Da kein Spiegel mehr vorhanden ist, können solche Kameras kleiner gebaut werden. Sie sind noch richtig handlich! Und es gibt sehr gute Wechselobjektive!
Nachteil: Nicht alle elektronischen Suchersysteme sind als sehr gut zu bezeichnen und auch nicht alle Menschen kommen mit diesen Suchern klar. Also je nach Modell ausprobieren. Ich komme sowohl mit dem Sucher der Olympus OM-D E-MS als auch mit einer PEN E-P2 (umgebaute IR-Kamera) und dem VF-2-Sucher sehr gut zurecht.
Die Sensoren sind in der Regel kleiner als bei einer Spiegelreflexkamera, deshalb ist das Ergebnis nicht ganz so gut. Dabei muss man aber bedenken, daß sogar der verhältnismäßig kleine (das ist alles relativ!) MFT-Sensor (MTF = Micro-Four-Thirds = z.B. Olympus) sehr gute Ergebnisse liefert und den meisten Anforderungen gewachsen ist. Es muss schließlich nicht immer eine Nikon D800 mit Vollformatsensor sein!
Da ich sowohl als auch habe, kann ich z.B. eine Olympus OM-D mit reinem Gewissen empfehlen. Auch zum Fische fotografieren!!

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Sklavenblitzgeräte

Sklavenblitz_Unomat_ThSklavenblitz_Osram_Th











Diese Dinger sind eigentlich mehr Relikte aus der Vergangenheit. Es steht hier nur noch der Vollständigkeit halber.
Sogenannte Sklavenblitze. Linkes Foto: Links zu, rechts aufgeklappt. Solche Blitzgeräte kann man auf einen Blitzschuh stecken oder einfach an geeigneter Stelle aufstellen, sie lösen zeitgleich mit dem Hauptblitz aus. Man muß nur darauf achten, daß der Sensor dieser externen Blitzgeräte vom Hauptblitz erfaßt werden kann, der Blitz der Kamera muß also den Auslösesensor „sehen” können. Bei mir hat die Angelegenheit aber einen Haken: Die Belichtung stimmt meistens nicht. Ich muß immer mehrere Aufnahmen machen und mich an die richtige Belichtung herantasten. Ist aber trotzdem eine feine Sache - und nicht teuer. Gibt’s gebraucht beim Versteigerer. Auf dem Bild rechts ein anderes Modell.
Nachtrag 2014: Inzwischen nehme ich die Dinger nicht mehr, ich fotografiere momentan nur mit einem Aufsteckblitz, Nikon Speedlight SB-900.  Ergebnis siehe oben auf dieser Seite

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Moderne digitale Blitzgeräte mit Funkverbindung zur Kamera.
Dann gibt es noch die externen Blitze welche von der Kamera ferngesteuert werden. Bei Olympus kann die E-3 bis 3 Blitze fernsteuern. So kann man bei der Aquarienfotografie sogar noch einen Blitz auf die Deckscheibe des Aquariums legen und somit das Bild besser ausleuchten.
Man kann auch bei einem Blitz mit Fernsteuerung oder Kabel die Fische nur von oben blitzen. Manchmal ist das Ergebnis besser als wenn die Fische von vorne schräg geblitzt werden. Das muß aber jeder selber ausprobieren und sehen was ihm am besten liegt. Bei der analogen Fotografie konnte man mit Olympus (OM4-Ti) mit mehreren Blitzen fotografieren. Sie waren alle mit Kabeln verbunden und haben zusammen ausgelöst. So viel besser waren die Ergebnisse aber auch nicht, es war nur viel mehr Aufwand!
Das gilt meiner Meinung nach immer noch! Die Fischfotos auf dieser Seite sind alle mit einem Blitz gemacht. Merklich besser wären sie mit mehreren Blitzen auch nicht - Erfahrungssache. Nur wäre der Aufwand merklich größer.

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Nachtrag Februar 2013:
Inzwischen hat sich in der digitalen Fotografie sehr viel getan, somit sollte diese Seite überholt werden.
(Dezember 2015, habe ich jetzt gemacht)
Nur kurz die gute Nachricht:
Fische fotografieren ist inzwischen sehr viel einfacher geworden! Mit einer guten Spiegelreflexkamera oder einer modernen „Spiegellosen Systemkamera” (z.B. Olympus OM-D oder einer Pen, Panasonic Lumix  oder Nikon 1), dem passenden Blitz und einem schnellen Makroobjektiv ist es nun wirklich keine Kunst mehr! Es ist inzwischen schon fast das berühmt-berüchtigte „Kinderspiel”.
Zum vergrößern auf das Bild klicken. Mit der Taste F11 (Vollbild) wird es noch etwas größer. zwinkern-transp_grau

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Und noch ein Nachtrag, Januar 2015:
Sollte sich jemand mit dem echten Wunsch nach besseren Fotos bis hier durchgekämpft haben, hier mit der wichtigste Rat der ganzen Seite: Fotografieren Sie im RAW-Format (oder zumindest als Übergangslösung oder überhaupt RAW und JPEG zusammen). Und „entwickeln” sie die Bilder mit einem guten RAW-Konverter. Ich nehme dazu seit längerem „Capture One Pro”. Das Programm ist einfach nur Super. Allerdings muss man sich einarbeiten - einfach so geht da gar nichts! Dafür ist es auch zu teuer.  zwinkern-transp_neu

Hier sind drei Beispielbilder, links das Original-RAW Bild (das nimmt natürlich keiner, ist auch nur zur Demonstration gedacht), rechts „auto” entwickelt und unten manuell bearbeitet. Die Bearbeitungsschritte bei „auto” kann man selber einstellen. Bei Fischen ist es meistens nicht so gravierend und außerdem würde JPEG auch so ein ähnliches Ergebnis liefern wie das Bild rechts. Aber die Feinheiten wie auf dem Foto unten bekommt man nur mit einem guten RAW-Konverter hin. Nebenbei ist die Unterbelichtung gewollt. Es ist meistens von Vorteil etwas knapp zu belichten. Also kann man - zumindest bei der D800 - die Belichtung etwas niedriger einstellen. Einfach ausprobieren! Viel Erfolg!  zwinkern-transp_neu
Die Fotos lassen sich alle drei vergrößern. Und im Vollbildmodus - Taste F11-  werden sie richtig groß! Kommt natürlich auf den Monitor und die Auflösung an.
Und bitte beachten, so ein imponierendes Schmucksalmlermännchen steht nicht auf der Stelle, er segelt meistens ziemlich schnell durchs Aquarium.

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Erstellt: März 2007
Letzte Änderung: Februar 2016

 

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