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Ein kleiner Fotokurs

Spektrum

 

 


Das ist keine großartige Seite ĂŒber das Fotografieren.
Wenn man aber einige einfache Dingen beachtet gibt es bessere Fotos. Und das eine oder andere ist vielleicht auch interessant

 

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Spektralfarben, die Farben des Sonnenlichts
Stativ verwenden
Das große Manko der kleinen Digitalkameras
Die Kamera ans Auge halten
Der goldene Schnitt, eine vorteilhafte Bildeinteilung
Ins Bild ragende störende GegenstÀnde entfernen
Die Geschichte mit der Blende
Welches ist das beste Programm zur Verwaltung von Bildern?
Welche Auflösung ist fĂŒr ein Papier-Foto notwendig?
Mit wieviel dpi muß man Dias einscannen?
Der Unterschied zwischen optischem Zoom und digitalem Zoom
Was bedeutet interpoliert?
Was ist oder was bedeutet  ISO?
Welche Brennweite entspricht der Sichtweise des menschlichen Auges?
Was bedeutet RAW?
RAW-Konverter, welcher ist das beste Programm?
Nicht einfach drauflos knipsen, ein durchaus ernst gemeinter Absatz
HDR, High Dynamic Range, eine feine Sache
Es ist auch eine Seite mit einer Bauanleitung fĂŒr eine FotokĂŒrvette vorhanden.
Polarisationsfilter, kurz Polfilter, ein Filter gegen Reflexionen
Focus-Stacking, wie man bei Makroaufnahmen die TiefenschÀrfe erhöhen kann

 

Spektralfarben
Das ist das original Spektrum des Sonnenlichts - fotografiert. Dazu nimmt man einen Bleikristall und fotografiert die wunderschönen Farben die die Sonne auf einen hellen Gegenstand, z.B die Wand projektiert. Danach muß man nur noch die Farben „ausschneiden”. Auf Weißabgleich achten, sonst stimmen die Farben eventuell nicht. Die Farben sind in Wirklichkeit viel sauberer und klarer! Sie sind wunderschön!

Spektrum_org_ok

 

Spektum_org_1

 

So sieht das Originalfoto aus.

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Stativ verwenden oder zumindest anlehnen oder stabil hinstellen.
Wenn immer es möglich ist sollte man ein Stativ verwenden. „Gute Fotografen” schleppen immer ein Stativ mit sich herum. Möglichst auch noch ein richtig stabiles und somit richtig schweres! Stabile Stative mĂŒssen zwar im Jahr 2014 nicht mehr schwer sein. Relativ leichte, stabile und auch noch gute sind aber richtig teuer. Mein Carbon-Gitzo hat z.B. gut 700 € gekostet. Ohne Stativkopf! Der kostet dann auch noch zwischen 100 und knapp 400 €. Eigentlich alles Wahnsinnspreise! DafĂŒr braucht man dann aber nicht alle paar Jahre etwas neues zu kaufen! So hat alles - wie immer - seine zwei Seiten. zwinkern-transp_grau1
Wenn man kein Stativ hat, so stellt man sich etwas breitbeinig hin, so steht man ruhiger. Wenn immer es geht, irgendwo anlehnen. Je ruhiger die Kamerahaltung, desto besser das Bild!
Ein Manko vieler einfacher digitaler Fotoapparate ist, daß der Auslöser etwas schwer geht. Man muß da sehr darauf achten den Knopf zĂŒgig durch zu drĂŒcken, sonst verwackelt man genau in dem Moment des auslösens. Das ist Ă€hnlich wie bei einem Matchgewehr, da stellt man den Abzug auch ganz weich ein. Je weicher der Abzug - desto geringer die Wackelei. Und desto eher trifft man!

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Das große Manko der kleinen Digitalkameras
Eigentlich ist die QualitĂ€t der Mini-Sensoren der kleinen Kameras inzwischen (Anfang 2013) so ausgereift und gut, daß sie den AnsprĂŒchen der „Hobbyknipser” (kleine unbearbeitete Papierbilder) vollauf genĂŒgen wĂŒrde - wenn es da nicht ein Problem gĂ€be: Viel zu viele dieser kleinen Dinger lösen nĂ€mlich sehr langsam aus. Bei unbewegten Motiven spielt das fast keine Rolle - bei sich bewegenden leider schon. In der Praxis ist das dann so, daß der Hund, den man eigentlich fotografieren wollte, inzwischen ein StĂŒck weiter gelaufen und somit nicht mehr auf dem Bild ist. Das mag zwar ein krasses Beispiel sein, aber so Ă€hnlich ist es schon.
Was ist zu tun?
Man muß beim Kauf auf die „Auslöseverzögerung” achten. Welche Zahlen da notwendig sind weiß ich nicht auswendig, man muß sich halt die schnelleren Kameras aussuchen. Oder sich zumindest vor dem Kauf genauer informieren.

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Die Kamera ans Auge und nicht mit beiden Armen weit weg halten
Man kann sehr oft sehen, daß die digitalen Kameras beim „knipsen” möglichst weit weg und auch noch etwas erhöht gehalten werden. Sind diese Leute alle kurzsichtig bzw. „altersweitsichtig”? Ich habe absichtlich „knipsen” geschrieben, weil man so nicht „fotografieren” kann. Man wackelt einfach zu viel. Mit ausgestreckten Armen kann man die Kamera nicht ruhig halten - und eine ruhige Kamera ist die Grundvoraussetzung fĂŒr ein scharfes Foto! NatĂŒrlich: Bei einem 2000stel oder noch kĂŒrzer ist es egal, wie ich die Kamera halte. Aber die wenigsten Fotos entstehen bei einer 2000stel Sekunde, die meisten Belichtungszeiten bewegen sich zwischen 125 und 250 - oder noch lĂ€nger.
Bei den meisten digitalen Apparaten kann man auch die alte Methode anwenden und durch den Sucher fotografieren. Da man dabei die Kamera ans Auge „drĂŒckt” hat man sozusagen eine „Drei-Punkt-Auflage” und ein bedeutend ruhigeres Bild.
Einfach mal ausprobieren!
Nachtrag: Hat man nur eine Kamera ohne Sucher so bleibt einem natĂŒrlich nichts anderes ĂŒbrig. :-(

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Der goldene Schnitt
Fotos sind wirkungsvoller und harmonischer, wenn man sich in etwa nach dem „Goldenen Schnitt” richtet. Hier ist die Definition des goldenen Schnitts:
„Wenn man eine Strecke in zwei Teile trennt verhĂ€lt sich die lĂ€ngere Seite zur kĂŒrzeren wie beide zusammen zur lĂ€ngeren Seite”.
Kompliziert? Finde ich auch! Deshalb sollte man - wenn man es genau nimmt - immer einen Taschenrechner und auch ein großes Bandmaß dabei haben. lachen-transp  Wenn jemand die Geschichte genau wissen will möge er im Brockhaus oder auch bei Wikipedia nachschauen.
Goldener_Schnitt_E-3In der Praxis ist es einfacher. Man muß sich beim fotografieren nur vorstellen, daß das Bild in 9 Teile aufgeteilt ist. Wie auf dem Foto links.  Ein hervorstechender Gegenstand oder ein einzelnes GebĂ€ude (z.B. eine Kirche) sollte sich nie direkt in der Mitte, sondern an einem der 4 Schnittpunkten befinden.
Waagrechte Linien wie der Horizont sollte sich auch nie in der Bildmitte befinden, sondern er sollte in etwa mit einer der beiden waagrechten Linien zusammentreffen.
Einfach im Sucher ausprobieren. FrĂŒher hatte ich auf einer der Sucherscheiben 4 Punkte angebracht, so hatte ich den „Goldenen Schnitt” in etwa direkt im Sucher.

Sehr gut wirken Bilder mit einer Diagonalen im Bild, also irgend etwas markantes von links unten nach rechts oben. Man sollte auch viel mehr auf die Beleuchtung achten, richtig gute Landschaftsaufnahmen leben hauptsÀchlich vom Licht.
Das Foto oben entspricht genau dem „Goldenen Schnitt”, es sind Gitterlinien die man bei der Olympus E-3  auf dem Sucherdisplay einblenden kann, ich habe sie mit einer E-500 abfotografiert.
Der Goldene Schnitt gilt ĂŒbrigens auch bei der Aquarieneinrichtung, da natĂŒrlich nicht fĂŒr Kirchen, sondern z.B. fĂŒr SolitĂ€rpflanzen, große einzelne Steine oder Wurzeln. Also: So etwas nie in die Mitte!

Nachtrag Jan 2014:
NatĂŒrlich sollte man nicht zum Sklaven des goldenen Schnitts werden! Jeder kann und soll so fotografieren wie es ihm gefĂ€llt! Das ist ganz alleine seine Sache. Auch wenn manche den „Goldenen Schnitt” als eines der wichtigsten Dinge der Welt ansehen - dann sollen sie halt. Das wiederum ist dann ihre Sache.  zwinkern-transp_grau1

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Störende Grashalme oder andere GegenstÀnde entfernen
Ein „richtiger Fotograf” hat immer ein Messer oder eine WĂ€scheklammer in seiner Fototasche. Damit kann man ins Bild ragende Grashalme oder Ă€hnliches abschneiden oder aus dem Bild biegen. Das ging so weit, daß hier bei Burgau ein Hobby-Fotograf einen richtig großen Baum mit der MotorsĂ€ge umgesĂ€gt hat, um freies Blickfeld auf die gerade Bahnlinie zu bekommen! Da hatten wir richtig was zu lachen, der Fotograf weniger - er bekam eine Anzeige.

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Große Blende wenig TiefenschĂ€rfe, kleine Blende viel TiefenschĂ€rfe
Das ist eigentlich ganz einfach, wenn man eine Person fotografieren will und der Hintergrund unscharf sein soll, so wĂ€hlt man eine „große Blende”, also eine niedrige Zahl (Blende 1.8, 2.5, 4, oder 5.6). Wenn man möglichst viel TiefenschĂ€rfe haben will - weil der ganze Garten von vorne bis hinten scharf sein soll, so wĂ€hlt man eine höhere Zahl (Blende 16,11 oder 8). Das ist dann eine „kleine Blende”. Je niedriger die Zahl, desto grĂ¶ĂŸer die Öffnung durch die bei der Belichtung das Licht auf den Film oder Sensor (Chip) fĂ€llt. Und umgekehrt; je grĂ¶ĂŸer die Zahl desto kleiner die Blendenöffnung. Und - je grĂ¶ĂŸer die Öffnung, desto weniger TiefenschĂ€rfe und umgekehrt. Alles klar? lachen-transp
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die ganze ist die, daß einem sehr oft die kleinen Blenden - also die großen Zahlen - wegen zu wenig Licht nicht zur VerfĂŒgung stehen oder man dann wegen zu langer Belichtungszeit unbedingt ein Stativ verwenden muß. Auch sollte man bedenken, daß die meisten Objektive um Blende 8 herum ihre höchste SchĂ€rfe besitzen. Die großen Blenden zeichnen oft etwas weich. Übertrieben ausgedrĂŒckt ist das das Gegenteil von Makroobjektiven, die in der Regel sehr scharf zeichnen.
Die Einstellung Blendenvorwahl oder Belichtungszeitvorwahl haben zwar nicht alle Digitalen, aber doch ziemlich viel. Da kann man etwas probieren und spielen.

Nachtrag: Habe in einer Fotozeitschrift gelesen, daß das nicht stimmen wĂŒrde und die TiefenschĂ€rfe vom Abbildungsmaßstab bestimmt werden wĂŒrde. Das ist falsch und richtig. Oben gesagtes ist sehr wohl richtig, natĂŒrlich immer bei dem selben Objektiv und mit der selben Brennweite! NatĂŒrlich ist auch richtig, daß man bei einer Weitwinkeleinstellung weit mehr TiefenschĂ€rfe hat als bei einem Teleobjekiv oder gar bei einer Makroaufnahme mit einem großen Abbildungsmaßstab. Aus dem selben Grund hat man bei einem normalen Lichtmikroskop eine extrem geringe TiefenschĂ€rfe, da ist der Abbildungsmaßstab extrem hoch. Das ist aber sowieso selbstverstĂ€ndlich und bekannt! Habe ich jedenfalls gedacht.
Allzuviel bringt dieses Wissen nicht, da eine Weitwinkelaufnahme zwar von vorne bis hinten scharf ist, die abgebildeten Objekte aber so klein sind, daß ich solche Bilder immer als „Suchfotos” bezeichnet habe - man muß das Objekt das eigentlich fotografiert werden sollte „suchen”, da es so klein abgebildet ist. Will man den zu fotografierenden Gegenstand auch auf dem Bild erkennen können, so kommt man sehr oft um eine Teleeinstellung nicht herum - da muß man also doch etwas auf die Blende achten.
Langer Rede kurzer Sinn: Bei einem „normalen” Foto - außer PortrĂ€t oder Ă€hnlichem - sollte man immer eine große Blendenzahl - 8 oder 10 - verwenden. So hat man mehr TiefenschĂ€rfe und die Bilder werden „knackiger”.
 

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Welches ist das beste Programm zur Verwaltung der ganzen Bilder?
Entweder IrfanView oder ThumbsPlus. IrfanView ist kostenlos und ein sehr gutes Programm, es lĂ€ĂŸt sich auch in den Explorer einbinden. So kann man Bilder mit der rechten Maustaste öffnen, auch Bilder als Diashow anschauen usw. ThumbsPlus muß man kaufen, wenn man aber mehrere 1000 Fotos auf den Platten hat, lohnt sich die Anschaffung von ThumbsPlus auf jeden Fall. FĂŒr mich ist es das beste Programm um den Überblick ĂŒber meine ganzen Bilder zu behalten. (Bei der letzten BackupĂŒberprĂŒfung mit „CDCheck” - ein sehr gutes Programm zum genauen Vergleich von Dateien - war ich selber sehr ĂŒberrascht, daß es inzwischen ĂŒber 100.000 Bilddateien - also nicht nur Fotos - sind!) Einer der Vorteile von ThumbsPlus ist, daß es alle Thumbnails in einer eigenen Datenbank speichert und sie so nicht bei jedem Start des Programms immer wieder neu eingelesen werden mĂŒssen. So kann man z.B. auch Thumbnails von CDs oder auch Platten anschauen, die gar nicht eingelegt bzw. angeschlossen sind. Auch lĂ€ĂŸt sich ThumbsPus mehrmals in verschiedenen Fenstern starten, was bei der Verwaltung der Fotos oft von Vorteil ist. Die seit lĂ€ngerem aktuelle Version ist - 2009 - ThumbsPlus7.
Sie lÀuft auch unter Windows 7 (Ultimate 64 Bit). Sogar richtig flott!

Es gibt da noch AcdSee, da kann man manchmal in Computerheften oder so kostenlos an etwas Ă€ltere Versionen herankommen, es hat aber nicht die Möglichkeiten von ThumbsPlus. Die restlichen Programme, auch die  bei den Kameras dabei sind sind bei weitem nicht so ĂŒbersichtlich wie ThumbsPlus. Der Vorteil der kameraeigenen Programme ist der daß sie die entsprechenden RAW-Dateien sicher lesen können.
Aber natĂŒrlich wie immer - alles Ansichtssache.

Nachtrag MĂ€rz 2008:
Inzwischen gibt es ziemlich viele Bildverwaltungsprogramme, da wird die Wahl schon langsam zur Qual. Allerdings ist nach meinem Wissen ThumbsPlus immer noch das einzige Programm mit einer eigenen Datenbank fĂŒr die Thumbnails. Es muß die Bildchen nicht bei jedem Aufruf neu einlesen und berechnen.
Nachtrag Mai 2009:
Lightroom® von Adobe® ist ein sehr gutes Programm mit eigener Datenbank (Katalog) fĂŒr die Thumbnails. Es ist ein sehr leistungsstarkes und umfangreiches Programm und deshalb benötigt man etwas - oder eher mehr - Einarbeitungzeit. Auch ist es ziemlich teuer - ab ca. 250.- €. FĂŒr den Gelegenheitsfotografierer somit nicht zu empfehlen. Da ist IrfanView immer noch die beste Lösung.
Nachtrag September 2010:
Dieses Programm (Lightroom) hat leider eine Eigenschaft, die mich so gestört hat, daß ich es wieder verkauft habe! (Version 3).
ErklĂ€rung: Seit Windows 3.11 habe ich mir angewöhnt, fĂŒr die verschiedenen Dateien Ordner und Unterordner anzulegen. So kommen z.B. alle eigenen Dateien auf eine extra Partition und es werden immer alle Dateien eben dieser Partition gesichert. Ein Super-Backupprogramm ist Easy2Sync, damit kann man auch PC und Notebook synchronisieren! Auf diese Art habe ich nie irgendwelche Daten verloren, sie sind aber auch immer doppelt und dreifach vorhanden! Inzwischen ist die ganze Angelegenheit etwas verfeinert, aber das Grundprinzip ist gleich geblieben. (Eine genauere Beschreibung wĂŒrde zu weit fĂŒhren). So sind natĂŒrlich auch alle Fotos in extra Ordnern und Unterordnern, nach Begebenheiten sortiert. Wenn ich ein x-beliebiges Foto suche, so geht das mit ThumsPlus sehr gut - auch in der kompletten Datenbank. Es funktioniert sogar mit der Windows eigenen Suche! Umbenennen, kopieren, verschieben und löschen von einzelnen Bildern oder auch ganzen Verzeichnissen und Ă€hnliche einfache Sachen macht ThumbsPlus, die Bildbearbeitung macht momentan Photoshop Elements 9. Das ganze funktioniert zu meiner vollen Zufriedenheit!
Wo ist jetzt der Haken an Lightroom? Es wirft ALLE Bilder (Bilddateien) im Katalog in einen Topf. Zwar kann man mehrere „Kataloge” anlegen, das löst das Problem aber auch nicht. Das mag fĂŒr „moderne User”, welche nie gelernt haben mit dem Explorer (NICHT Internet Explorer) wirklich umzugehen akzeptabel sein, fĂŒr mich nicht! Zwar kann Lightroom die Bilder nach allen möglichen Kriterien sortieren, das ist durchaus brauchbar. Aber mir kommt dabei meine selbstgeschaffene Ordnung abhanden. Ich habe keine Kontrolle mehr, wo die Fotos nun wirklich sind. Und das endet bei inzwischen ĂŒber 100.000 Bilddateien im Chaos.
NatĂŒrlich werden andere Leute eine andere Meinung haben, speziell weil Lightroom sozusagen Standart ist und von professionellen Fotografen verwendet wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Nachtrag Sept. 2011:
Es gibt inzwischen mehrere Programme zur Bildverwaltung mit eigener Datenbank. So Bibble, Media Pro und Bridge von Adobe Photoshop. Bibbel 5 und Media Pro kenne ich, mit Bibble arbeite ich manchmal, aber Thumbs Plus ist als reine Bildverwaltung immer noch das einfachste, schnellste und unkomplizierteste Programm. NatĂŒrlich nur meiner Meinung nach. Das muß jeder selber ausprobieren. In Thumbs Plus muß man halt die Struktur seiner Bilder selber erstellen, vielleicht ist das fĂŒr „neuere” Computeruser nicht so geeignet..
Nachtrag Febr. 2014:
Inzwischen mache ich alle Fotos im  RAW-Format und entwickle und bearbeite sie auch mit Capture One Pro. Mit diesem wirklich sehr guten Profiprogramm kann man seine Bilder auch recht gut verwalten. So mache ich das momentan sowohl mit Capture Pro als auch mit der ThumbsPlus Version 9, die es allerdings nur in englisch gibt. Eine feine Sache von ThumbsPlus9 ist die Möglichkeit, nach Bildern mit der selben oder einer Ă€hnlichen Person zu suchen. Das wird angeblich auch von der Polizei bei der Personensuche verwendet. Ein Vorteil von ThumbsPlus9 ist auch noch der Preis, der ist nĂ€mlich ausgesprochen moderat. (Ich bekommen natĂŒrlich keine Vermittlungsprovision!)

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Welche Auflösung ist fĂŒr ein Papier-Foto notwendig?
300 dpi, das reicht fĂŒr ein gutes Foto! Die GrĂ¶ĂŸe richtet sich nach der benötigten GrĂ¶ĂŸe des Bildes. Wenn man ein großes Bild mit 30x20 cm machen lassen will, so stellt man eben 300 dpi und als GrĂ¶ĂŸe 30 x 20 cm ein. So ein Bild hat als tif-Datei mit verlustfreier LZW-Komprimierung eine GrĂ¶ĂŸe von 30 - 50 MB. Als jpg-Datei mit hoher QualitĂ€t und niedriger Komprimierung ist das gleiche Bild nur noch zwischen 900 KB und einigen MB groß. Der Unterschied ergibt sich in erster Linie aus der Komprimierung - man sollte möglichst nicht mit mehr als 10% Verlust speichern - aber auch aus dem Programm, mit welchem man das Bild speichert/komprimiert - da gibt es durchaus Unterschiede! Auch spielt das Motiv eine große Rolle. So ist ein Bild von einer Mondfinsternis logischerweise bedeutend kleiner als ein Foto mit vielen Details und Farben. Dabei muß ein Bild mit weniger KB nicht zwangslĂ€ufig unschĂ€rfer sein, es kommt auch auf die Art der Komprimierung an. Ich habe die gespeicherten Bild-GrĂ¶ĂŸen einiger Programme miteinander verglichen und festgestellt, daß es da sehr wohl Unterschiede gibt. Da sollte ein interessierter Mensch ruhig etwas herumprobieren und nicht nur an die großen und teuren Programme glauben. Einfach ausprobieren, die Bilder in höchster Auflösung nebeneinander öffnen und einzelne Pixel bei Details vergleichen. Die „Spezialisten” stellen die SchĂ€rfe zwar nicht an Details, sondern an weißen FlĂ€chen (eventuell neben massiveren GegenstĂ€nden) fest, aber das sollen sie ruhig tun - dafĂŒr sind es ja schließlich „Spezialisten”.
FĂŒr den Druck in Zeitschriften sind auch nur 300 dpi notwendig. FĂŒr die BildgrĂ¶ĂŸe gilt dasselbe.

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Mit wieviel dpi muß man Dias einscannen?
2000 dpi (dips per inch = Punkte auf ein Inch, Inch = Zoll = 2,54cm) fĂŒr ein „normales” altes Dia reichen. Ich habe ĂŒber 100 uralte schwarz-weiß Filme eingescannt - noch mit einem Epson Perfection 1200 Photo Flachbettscanner. Und mit gerade mal 900 dpi, manche sogar mit nur 600 dpi. Das hat gereicht, es war nĂ€mlich nicht mehr Information auf den Negativfilmen vorhanden. Bei meinen alten Kodachrome Dias reichen auch 2000 dpi, ausnahmsweise 3000 dpi, weil da nĂ€mlich auch nicht mehr da ist. Die habe ich allerdings mit einem Nicon Coolscan V eingescannt, das ist ein spezieller Film- und Diascanner mit bis zu 4000 dpi echter Auflösung. („Echt” deshalb, weil laut der „c’t” speziell bei einigen Durchlicht-Flachbettscannern die angegebenen Auflösungen nicht eingehalten werden).

Fazit: FĂŒr alte Dias und Negative - speziell alle Bilder die ohne Stativ aufgenommen wurden - benötigt man keinen teuren Diascanner, ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit und ca. 2000 dpi oder etwas mehr reicht. Will man allerdings ganz neue richtig scharfe Dias einscannen - oder VergrĂ¶ĂŸerungen von 40 x 60 oder so machen -, so kommt man um einen speziellen Diascanner nicht herum.
Die haben aber nicht nur Vorteile; das einscannen eines Dias mit einem Coolscan V benötigt je nach Auflösung und mit ICE um die 2 min, das sind 10 Dias in 20 min und 30 Dias in 1 Std. Bei 300 Dias benötigt man also gute 10 Stunden - im Akkord wohlgemerkt! Und ohne Pause! Wenn man flott arbeitet und einen Computer mit stabilem Windows, schnellen Platten und viel RAM hat kann man wÀhrend der Scanner arbeitet das Dia zuschneiden, eventuell etwas Àndern und dem Bild einen Namen geben - das dauert in etwa genauso lange. lachen-transp

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Der Unterschied zwischen optischem Zoom und digitalem Zoom
Die meisten digitalen Kameras besitzen neben einem optischen Zoom auch noch einen digitalen Zoom.
Wo liegt der Unterschied?
Optischer Zoom funktioniert mit Hardware und digitaler Zoom mit Software.
Oder anders: der optischer Zoom ist der Bereich der von dem Objektiv der Kamera abgedeckt wird - der ist in Ordnung. Der digitale Bereich wird von Software hochgerechnet - das ist Bluff! Das gleiche Ergebnis erhĂ€lt man, wenn man von der höchsten Zoomstufe mit einem Bildbearbeitungsprogramm einen Ausschnitt erstellt. Dieser vergrĂ¶ĂŸerte Ausschnitt kann nie so scharf sein wie das gesamte Bild, da ganz einfach die Bildpunkte fehlen. Das ist physikalisch begrĂŒndet. Leider sehen das manche VerkĂ€ufer aus verkaufstaktischen GrĂŒnden nicht so und der KĂ€ufer meint dann Wunder was fĂŒr einen tollen Zoom er hat.
Fazit: Man tut gut daran, den digitalen Zoom auszuschalten. Wenn man dann wirklich eine weitere VergrĂ¶ĂŸerung haben will, so macht man das besser mit einem Bildbearbeitungsprogramm. Eventuell nachschĂ€rfen, das heißt bei den verschiedenen Programmen auch oft verschieden, so z.B. „unscharf maskieren” oder „Hochpaß schĂ€rfen” oder „SchĂ€rfekorrektur”.

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Was bedeutet interpoliert?
Das ist so Àhnlich wie mit dem digitalen Zoom. Die optische Auflösung wird durch das verwendete optische System erzielt, also der Hardware. Das ist sozusagen die reale, die echte Auflösung. Die interpolierte Auflösung ist höher und wird durch errechnen von Zwischenpunkten erreicht. Diese Auflösung wird durch Software errechnet. Da keine Software die wirklichen Punkte vorhersagen kann ist das Ergebnis immer schlechter als die optische Auflösung und ein Notbehelf.

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Was ist oder was heißt ISO?
In der analogen Fotografie war ISO die Bezeichnung fĂŒr die Filmempfindlichkeit, genauer die Lichtempfindlichkeit des Filmes. Ein Film mit der geringsten Lichtempfindlichkeit und dem kleinsten Korn - somit der schĂ€rfste Film - hatte 25 ISO. Die höchsten ISO-Werte lagen meines Wissens um 600 ISO (wahrscheinlich gab es noch höherempfindliche Filme), damit konnte man zwar im DĂ€mmerlicht fotografieren, der Film mußte aber speziell entwickelt werden und man hat sich die hohe Lichtempfindlichkeit mit einer recht hohen „Körnigkeit” erkauft. War also wirklich nur in Ausnahmen zu empfehlen.
Bei der digitalen Fotografie ist es eigentlich genauso geblieben. Nur haben sich die Werte erhöht. So geht die Olympus E-3 bis ISO 3200. Brauchbar sind meiner Meinung nach aber nur Werte bis ca. 600, dann „rauscht” es schon arg. Und die „Körnigkeit” oder der frĂŒher im normalen Sprachgebrauch gebrĂ€uchliche Ausdruck daß das Bild „grieselt” ist durch den Ausdruck ”rauschen” ersetzt worden. Also: Jetzt grieselt es nicht mehr - jetzt rauscht es! (Grieseln war im gewissen Sinne „mechanisch”, rauschen hat dagegen etwas mit „elektonisch” zu tun.) Zwar kann man das Bildrauschen mit Software etwas mindern, es wird dann aber meistens das ganze Bild „suppig” oder eben unscharf oder „sauber”. Besser geht es mit speziellen Programmen, welche nur gewĂŒnschte Partien „entrauschen”. Diese Programme sind aber nicht billig. Ich fĂŒr meinen Teil nehmen lieber - so es irgendwie geht möglichst niedrige ISO-Werte, also 100 bis eventuell noch 300.
Die ISO-Werte kann man bei den Kameras einstellen. Oft kann man auch den Maximalwert einstellen, wie hoch die Kamera bei automatischem Betrieb gehen darf.

Nachtrag September 2010:
Das Rauschen hĂ€ngt hauptsĂ€chlich  von der GrĂ¶ĂŸe des Sensors und der GrĂ¶ĂŸe der Pixel auf dem Sensor ab. Je grĂ¶ĂŸer die einzelnen Pixel, desto weniger rauscht die Kamera. Ich fotografiere momentan mit einer Nikon D700, welche bei „Vollformat” - also einem Sensor mit 36 x 23,9 mm „nur” 12MP auflöst, somit hat sie sehr große Pixel und sie rauscht deshalb selbst bei ISO 5000 noch nicht so störend. In der Praxis heißt das, daß man mit dieser Kamera auch noch richtige Nachtaufnahmen machen kann. Ich bin von dem Rauschverhalten der D700 begeistert!
Nachtrag Januar 2014:
Inzwischen ist es schon eine ganze Weile eine Nikon D800. Das Rauschverhalten ist trotz 36MP ! bei einem Vollformatsensor kein Thema mehr und die ganze Kamera einfach nur phantastisch!

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Was bedeutet RAW?
„RAW” wird gerne mit „Rohdaten” ĂŒbersetzt. Es sind auch im gewissen Sinne die Rohdaten aus der Kamera. Bekanntlich kann man bei modernen Kameras alle möglichen Dinge einstellen. Vom Weißabgleich zur SchĂ€rfung ĂŒber die Komprimierung bis zur GrĂ¶ĂŸe und dem Format des fertigen Bildes. Das alles fĂ€llt beim RAW-Format weg. Man erhĂ€lt - fast - eine von der Software der Kamera unbearbeitete Bilddatei, eben die „Rohdaten”. „Fast” deshalb, weil man allgemein sagt, daß Nikon z.B. trotzdem etwas schĂ€rfen wĂŒrde.
Wo liegen nun die Vorteile - oder auch die Nachteile dieses RAW-Formats?
Man hat eine Datei, die in keinster Weise „vermurkst” ist. Man kann - oder muß -  sie mit einem speziellen Programm erst noch bearbeiten und die Dinge machen, die sonst die Kamerasoftware (genau der kamerainterne RAW-Konverter) gemacht hĂ€tte (bei jpg-Einstellung z.B.) Der Vorteil ist, daß man mit einem entsprechenden Programm bedeutend mehr Möglichkeiten als die Kamerasoftware hat. Genau eben auf jedes einzelne spezielles Bild abgestimmt. Bei einem Bild diese Einstellung und bei einem anderen eine etwas andere Einstellung. Bei einem guten RAW-Konverter gibt es wenig, was man nicht einstellen kann! So kann man die Belichtung, die Farbe, die Tonwerte, die SchĂ€rfe, den Kontrast und das Rauschverhalten einstellen. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Allerdings sind diese Programm nicht ganz unkompliziert, man muß sich schon etwas einarbeiten! FĂŒr den Gelegenheitsknipser sind sie nicht geeignet.
Von Nachteil ist vielleicht auch, daß man die Dateien nachbearbeiten muß! Man kann sie nicht einfach so konvertieren und gut! Digitale Dateien mĂŒssen z.B. geschĂ€rft werden. UngeschĂ€rft sind sie auch aus den besten Kameras nicht wirklich scharf!
So ist es möglicherweise von Vorteil, wenn man die Dateien als RAW und zugleich als JPG abspeichert. Dann hat man eine fertige Bilddatei und fĂŒr spezielle Fotos noch eine RAW-Variante. Das soll jeder so machen wie er meint. FrĂŒher habe ich ĂŒber RAW gemeckert - heute fotografiere ich nur noch in RAW. Ich möchte es nicht mehr missen! So kann man seine Meinung Ă€ndern.  lachen-transp

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RAW-Konverter, welches ist das beste Programm?
Da gibt es zuerst die Programme, welche bei der Kamera dabei sind. Ansichtssache, einfach zu bedienen, aber auch wenig Einstellmöglichkeiten. Jedenfalls ist es bei Nikon so. (ViewNX 2)
Dann kommen die speziellen RAW-Konwerter. NatĂŒrlich an erster Stelle Photoshop von Adobe. Nicht Jedermanns Geldbeutels Sache! Das Programm ist ziemlich teuer. FĂŒr die meisten im Hobbybereich anfallenden Arbeiten geht als Foto-Bearbeitungssoftware (nicht RAW-Konverter) Photoshop Elements fast genauso gut. Damit kann man die meisten Bearbeitungen machen, die Photoshop auch kann. Nur einige Exportformate, die Druckfunktion und speziell die grafische Bearbeitung der Fotos sind bei Photoshop umfangreicher. Auch gibt es viel mehr Plugins! Ich verwende Photoshop nicht, mir ist es nicht nur zu teuer, mir geht es auch gegen den Strich, wenn Adobe so viel Geld fĂŒr ein Programm verlangen kann, nur weil es als „Standard” gilt.
Andere RAW-Konverter, die ich verwende:
Bibble (momentan Version 5), Capture One (momentan 6 pro), da hat die pro-Version einige Vorteile - ist zwar teuer, es gibt aber manchmal Sonderaktionen. Und dann noch Silkypix. Das sind alles sehr gute Programme! Als RAW-Converter fĂŒr feine Strukturen im Bild ist Capture one Pro vielleicht das beste Programm! Es ist unwahrscheinlich, was da fĂŒr Details heraus kommen!  Es ist ĂŒberhaupt ein Superprogramm, brauchte aber - zumindest bei mir -  eine Einarbeitungszeit. Jetzt geht es einigermaßen. Wirklich locker kann ich noch lange nicht damit umgehen.
Fazit: Ich kann nur jedem ambitionierten Fotofreund raten, in RAW zu fotografieren. Es macht einfach mehr Spaß und bringt mehr Ergötzung! Und die Ergebnisse sind wirklich bedeutend besser!
Wenn es denn sein soll, so kann man immer noch in RAW und JPG fotografieren. Da sollte man aber bei JPG wenigstens die niedrigste Kompressionsrate und das grĂ¶ĂŸte Bildformat einstellen. Bei Serienaufnahmen ist die Kamera dann zwar nicht mehr so schnell, aber das macht man ja nicht immer und dann kann man eben nur RAW oder JPG  einstellen. Je nachdem, wie wichtig einem die Fotos sind!

Nachtrag Februar 2013:
Inzwischen bearbeite ich RAW-Dateien nur noch mit Capture One 7 Pro. Ich komme mit dem Programm recht gut zurecht und bin mehr als zufrieden damit. Es ist ganz einfach phantastisch, was man mit dem Programm alles anstellen kann! FĂŒr mich ist es der beste RAW-Konverter ĂŒberhaupt!
FĂŒr HDR-Bilder nehme ich noch Photomatix Pro. Ist ein gutes Programm. Unten ist ein absichtlich verfremdetes „Musterfoto”.  „Normale” HDR- Bilder - also Spitzlicher reduzieren und Zeichnung in dunkle Partien bringen beherrscht Capture One 7 Pro inzwischen sehr gut.

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Welche Brennweite entspricht der Sichtweise des menschlichen Auges?
Wenn man ein möglichst natĂŒrlich wirkendes Bild erhalten will, so sollte man eine Brennweite wĂ€hlen die 50mm eines „normalen” Kleinbildobjektves entspricht. Bei den digitalen Kameras ist diese Brennweiteneinstellung verschiedenen, da die Hersteller verschieden große Sensoren verwenden. Deshalb muß man die kameraeigene Brennweite auf 50mm analoges KB umrechnen.
BegrĂŒndung: 50mm entspricht in etwa dem Blickwinkel oder dem Sichtfeld eines Menschen. Nimmt man mehr Weitwinkel bekommt man zwar mehr Inhalt auf das Bild, das Ergebnis wirkt aber etwas „weitlĂ€ufig” und die „Entfernungen” zwischen den GegenstĂ€nden sind etwas verzerrt. Umgekehrt erhĂ€lt man mit einem Teleobjektiv eine Perspektive in der alles etwas „gestaucht” ist. Das ganze kann durchaus gewollt sein und einen positiven Effekt haben. Man sollte es aber wissen und nicht immer die Weitwinkeleinstellung benĂŒtzen.

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Nicht einfach drauflos knipsen.
Dieser Absatz ist durchaus erst und nicht ein mal ironisch gemeint!
FrĂŒher bei der analogen Fotografie hat jeder Film extra Geld gekostet und die Anzahl der Bilder war begrenzt. Da hat man schon alleine aus KostengrĂŒnden nicht einfach drauflos fotografiert. Heute bei der digitalen Fotografie wird die Anzahl der aufgenommenen Bilder ja nur durch den verwendeten Speicher begrenzt. Selbst wenn man die Bilder in RAW abspeichert kann man bei entsprechendem Speicher hunderte von Fotos auf einer Karte unterbringen - und die Bilder sind dann ja eigentlich umsonst. Da ist die Gefahr sehr groß, daß man meint, daß „da schon ein gutes Foto dabei sein wird”. Dem ist aber nicht so !!!
Nicht die Anzahl der gemachten Fotos macht die guten Bilder, sondern der konzentrierte Fotograf!
Also: Machen Sie lieber weniger Bilder und „arbeiten” Sie besser mit mehr Konzentration. So man fotografieren als arbeiten bezeichnen kann. Manchmal wahrscheinlich schon.
Ich weiß wovon ich rede - ich mache das auch ganz gerne. lachen-transp

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HDR, High Dynamic Range, ein Überblick.
Wenn man diese Art von Bildnachbearbeitung moderat betreibt kann es eine herrliche Sache sein. Es kann aber auch durch stark ĂŒberhöhte Farb-, Kontrast-, Lichter- und Schatteneinstellungen usw. schnell in Kitsch ausarten - manchmal kann der „Kitsch” natĂŒrlich auch gewollt sein. Siehe Foto weiter oben.
Das Foto vom Sonnenuntergang am Mindelspeichersee (unten rechts) ist fĂŒr meinen Geschmack schon an der Grenze, auch wenn es der Wirklichkeit - dem „gesehenen Bild” - eher entspricht als das linke Foto. 
Das ist aber durchaus Ansichtssache, inzwischen gefallen mir auch Fotos mit absichtlich ĂŒbertriebenen Farben.
 

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Links jeweils ein unbearbeitetes Foto mit normaler Belichtung - rechts ein HDR-Foto. Die Bilder lassen sich durch Klick mit der linken Maustaste auf fast SeitengrĂ¶ĂŸe vergrĂ¶ĂŸern. Das sind erste Versuche (Jan 2009), ich bin noch HDR-Lehrling. lachen-transp

Bei HDR wird zunĂ€chst ganz „normal” fotografiert. Wenn man davon absieht, daß man fĂŒr ein Foto mehrere Bilder benötigt. Und zwar 3 - 5 Bilder mit je einer oder sogar zwei Blende(n) Belichtungsdifferenz. (Die Blendeneinstellung sollte dabei gleich bleiben, die Belichtungsdifferenz muß von der Belichtungszeit kommen). Das sollte die Kamera können. Kann sie es nicht, geht es auch manuell. Am besten natĂŒrlich mit Stativ und ohne bewegte Objekte, schließlich muß die Software spĂ€ter aus diesen 5 Bildern eins machen, und wenn da zwischen den Aufnahmen Bewegungen waren, so gibt es Schwierigkeiten.
Der grundlegende Vorteil von HDR ist der enorme Kontrast- und Belichtungsumfang. Es werden die Belichtungen von allen Bildern berĂŒcksichtigt! Wenn man z.B. ein sehr helles Objekt (Sonnenuntergang) fotografiert ist im dunkleren Vordergrund schnell keine Zeichnung mehr - oder umgekehrt, dann ist der Sonnenuntergang selber total ĂŒberstrahlt. Das kann man mit HDR Ă€ndern. Das geht so weit, daß man ein normal beleuchtetes Zimmer von innen fotografiert und der Blick aus dem Fenster trotzdem nicht alles ĂŒberstrahlt, sondern normale Helligkeit hat und scharf ist.
Ein sehr gutes - wahrscheinlich das beste - HDR-Programm ist Photomatix Pro.

FĂŒr den fortgeschrittenen Hobbyfotografen noch eine Bemerkung.
Es ist ungemein schwierig, Stimmungen zu fotografieren. Bekanntlich macht nicht die Burg oder das Schloß die außergewöhnliche Landschaftsaufnahme, sondern das Licht. GlĂŒcklicher Zufall - oder Planung - wenn beides zusammen kommt. Nur selten bekommt man das was man bei einer Aufnahme „selber gesehen” oder sogar „gefĂŒhlt hat” aufs Foto. Diese „eigene Betrachtungsweise” kann man mit einem HDR-Programm bedingt verbessern. Und darin sehe ich den ungemeinen Vorteil gegenĂŒber einer normalen Aufnahme.
Ich hoffe daß die angesprochenen Menschen mich verstanden haben.
zwinkern-transp_grau

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Polarisationsfilter, kurz Polfilter, ein brauchbarer Filter gegen Reflexionen.

Wasser_ohne_Polfilter_330Wasser_mit_Polfilter_330













Ein Polarisationsfilter besteht aus zwei FilterglÀsern in einer Fassung, welche gegeneinander verdreht werden können. Der Filter wird vorne auf das Objektiv geschraubt.
So werden - je nach Stellung der GlĂ€ser - Reflexionen auf nichtmetallischen GegenstĂ€nden verhindert. Auf dem linken Bild spiegelt sich der blaue Himmel im Wasser, rechts ist die Spiegelung aufgehoben. Das funktioniert bedingt auch bei der Fotografie von Aquarien, oder bei Spiegelungen auf Glas ĂŒberhaupt. Ein positiver Nebeneffekt ist, daß die Farben krĂ€ftiger werden. Ein negativer, daß der Polfilter Licht wegnimmt.
Angler kennen diese Polfilter auch als Brillen. Mit denen kann man besser „ins Wasser hineinschauen” und die Fische beobachten - so ĂŒberhaupt welche da sind.

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Focus Stacking, oder auf deutsch: Die TiefenschÀrfe bei Aufnahmen von kleinen GegenstÀnden (speziell Makroaufnahmen) erhöhen.
Stacking heißt laut meinem Englisch-Wörterbuch „stapeln”, es werden also mehrere Bilder gestapelt oder ĂŒbereinander gelegt. Bei HDR sind es Bilder mit verschiedenen Belichtungswerten, aus denen das verwendete Programm ein Bild mit dem Kontrastumfang aller Bilder herstellt. Beim Focus-Stacking sind es Bilder mit verschiedenen SchĂ€rfebenen, hier stellt die Software aus den vielen „teilscharfen Bildern” ein scharfes Foto her. In der Theorie ist das also gar nicht so kompliziert. In der Praxis fĂŒr den Fotografen auch nicht. Die meiste Arbeit werden wohl die Programmierer haben. zwinkern-transp_grau

Macht man Aufnahmen von kleinen GegenstĂ€nden, so ist es mit der TiefenschĂ€rfe - oder SchĂ€rfentiefe, was eigentlich das selbe ist - nicht so weit her. Man hat da oft nur einen oder zwei Millimeter! Dem kann man mit speziellen Programmen entgegen wirken. Die gibt es von teuer bis umsonst. Ich habe das Freeware-Programm CombineZM genommen und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Zumal der Aufwand minimal - und das Ergebnis einfach super ist! Das Programm kann man auf dieser Seite http://hadleyweb.pwp.blueyonder.co.uk/CZM/News.htm herunter laden, vielleicht die msi-Datei nehmen, da ist eine Hilfedatei integriert. Sollte der Link irgend wann nicht mehr funktionieren, so möge man es mir bitte mitteilen! Ich kann  nichtfunktionierende Links nĂ€mlich nicht ausstehen.
Diese Fotos von einem gerade mal 8cm „großen” Modellauto, ein 700er-BMW-Cabrio - das Original mit aufgemotztem Motor hatte ich mal - ist ein gutes Demonstrationsobjekt.
Links ein „normales” mit der SchĂ€rfeebene auf Tacho und Vorderrad, rechts ein aus mehreren Bildern zusammengesetztes, etwas nachbearbeitetes Foto. Hier ist alles scharf.

BMW_700er_Tacho_scharf_333BMW_700er_333











Eigentlich wollte ich eine genauere Beschreibung des Arbeitsablaufes geben. Das ist aber wahrscheinlich nicht notwendig, da - wie oben erwĂ€hnt - auch eine Hilfedatei existiert. Leider nur auf englisch. Falls jemand mit dem flĂŒssigen lesen dieser Hilfedatei Schwierigkeiten haben sollte, doch eine kurze Zusammenfassung:
Zuerst die Datei CombineZMFull.msi ausfĂŒhren/installieren. Es geht natĂŒrlich auch die Datei CombineZM.exe, die ist bedeutend kleiner, die Hilfedatei kann man dann extra installieren. Jeder wie er mag.
Danach das Programm öffnen (eventuelle Hilfedatei wegklicken - oder lesen), oben links auf „File” und „New” klicken.
In dem sich öffnenden Fenster die aufgenommenen Bilder markieren und auf „öffnen” klicken Die Fotos mĂŒssen eindeutig nacheinander nummeriert sein! Etwas warten.
Dann zuerst auf „Macro” und dann auf „Do stack” klicken.
Wieder warten - je nach Prozessor auch lÀnger warten.
Fertiges Bild erscheint.
Bild unter „File/Save Frame/Picture as” speichern. Eventuell mit dem gewohnten Programm nachbearbeiten.

Eigentlich fertig. Gehen fotografierte GegenstĂ€nde ĂŒber den Bildrand hinaus, hat CombineZM manchmal Schwierigkeiten und es entstehen „Spiegelbilder”. In so einem Fall muß man den Ausschnitt eben etwas grĂ¶ĂŸer wĂ€hlen und dann das Foto beschneiden.
Zur den Fotos:
Die Fotos werden von einem Stativ mit manueller SchĂ€rfeeinstellung aufgenommen. Die Kamera bleibt bei den Aufnahmen an der selben Stelle! (Zwar geht es auch mit einem Macroschlitten, habe es aber noch nie gemacht. Dann wird nicht das Objektiv verstellt, sondern die Kamera selber bewegt) Die Belichtung kann man auf Automatik lassen. Die Blende war bei den BMW-Fotos auf 8 eingestellt. Um wie viel man die SchĂ€rfe verstellen soll, muß man ausprobieren, 20 Bilder sind durchaus ok. Ich habe die SchĂ€rfe von vorne nach hinten verĂ€ndert.
Wahrscheinlich sind in der Hilfedatei noch andere Möglichkeiten beschrieben. Vielleicht lese ich sie ja mal - mein Englisch ist nĂ€mlich nicht so gut, daß ich so eine Fachdatei locker lesen kann. Da fehlen mir zu viele Begriffe!

Zwar sollte man solche Fotos mit Spiegelvorauslösung und Fernauslöser machen, die BMW-Fotos sind aber alle manuell ausgelöst. Es kommt eben auch auf die StabilitĂ€t des Stativs samt Kopf an. Auch wie weich der Auslöser auslöst und wie „sanft” man darauf drĂŒckt! Mehrere Versuchsreihen mit Spiegelvorauslösung, Fernauslöser und geschlossenem Sucher waren in keiner Weise schĂ€rfer oder sonstwie besser!

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Erstellt: MĂ€rz 2007
Letzte Bearbeitung: Jan 2014

 

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